Die Glocken im Kirchturm von Schloss Hollenegg strukturieren das tägliche Leben auf dem Schloss: Sie läuten jede Viertelstunde und etablieren damit einen gleichmäßigen Rhythmus, der den Lauf der Zeit durch Wiederholung und Ritual markiert. Ihr Klang hallt durch den Innenhof und trägt sich über und hinaus über die mittelalterlichen Mauern, wodurch Zeit und Ort wahrnehmbar werden.
Ildar Wafin entwarf die Silberskulptur während seiner Residenz auf Schloss Hollenegg als Hommage an die Glocken. Sie ist sowohl ein dekoratives Mittelstück als auch ein klangerzeugенdes Instrument. Sie umfasst drei Glocken unterschiedlicher Größe und wurde in Zusammenarbeit mit der historischen Wiener Silberschmiede Vaugoin in 925er Sterlingsilber im Wachsausschmelzverfahren hergestellt. Ihre geschwungene Form wurde von dem jahrhundertealten kanadischen Weinstock inspiriert, der die Hofmauern von Schloss Hollenegg emporrankt. Anders als die Glocken ist der Weinstock still, doch gleich den Glocken registriert und verkörpert er den Lauf der Zeit.