Während ihres Aufenthalts in Hollenegg fotografierte Junko Mori unzählige Male die Räume und Objekte des Schlosses. Die Ausschnitte, die sie durch ihre Kamera einfing, enthüllten Details von zeitloser Schönheit, und das Framing selbst wurde zum Katalysator für die Entwicklung ihrer Ideen. Zurück in ihrem Atelier fertigte sie Rahmen aus Baustahl und Silber. Der große handgeschmiedete Stahlrahmen ist Teil ihres fortlaufenden Propagation Project: Er entsteht ohne vorgefasstes Design und entwickelt sich intuitiv, wobei das Material, die Hitze und die wiederkehrenden Bewegungen das Ergebnis leiten. Die silbernen Portraitrahmen hingegen werden aus Pflanzen gegossen, die über viele Jahre gesammelt wurden, und übertragen organische Formen in Objekte, die sich mit Erinnerung, Bewahrung und persönlicher Geschichte befassen.
In den im Schloss Hollenegg ausgestellten Werken rückt der ovale Raum in den Mittelpunkt: als rahmende Vorrichtung, die das Wesen des Schlosses sichtbar macht. Durch das Spiel mit dem Negativraum fangen die Rahmen architektonische Details, Lichtveränderungen und stille Momente im Gebäude ein und laden zu einer langsameren, aufmerksameren Betrachtungsweise ein. Zugleich erinnern und bewahren die Rahmen die Erinnerungen an die früheren Bewohnerinnen und Bewohner des Schlosses.